Rote und schwarze Karten

Es gibt viele Vorstellungen, wie man Karten deuten kann. Alleine schon bei den Skatkarten existieren alle möglichen Auslegungen und Methoden.
Eine der einfachsten und klarsten Wege, Fragen mit Karten zu beantworten, ist die Einteilung zwischen roten und schwarzen Karten. Dabei macht man es sich recht einfach:
Rot = positiv
Schwarz = negativ
Unabhängig davon, was der Kartenfarbe für ein Element innewohnt oder was sie von ihrem Wert her bedeutet, wird nur schlicht unterschieden zwischen "gut" (rot) und "schlecht" (schwarz).
Dieses System eignet sich eher für einfache Fragen wie beispielsweise:
Wie wird mein Urlaub?
Bin ich auf dem richtigen Weg?
Betrügt er/ sie mich gerade?
Benötigt man ein "Ja" (rot) oder ein "Nein" (schwarz) kann ebenfalls auf diese Weise gedeutet werden.

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Karten zum Verspeisen

Eine ganz besondere Form des Kartenlegens folgt einer Tradition, die aus Japan kommt. In keinem anderen Land der Welt wird so viel Wert auf die Dekoration von Speisen gelegt. Aus Rettich, Tofu, Lachs oder vielen anderen Zutaten werden Gesichter, Musiknoten und unzählige andere Zierelemente gebildet, die das Essen nicht nur zu einem Gaumengenuss machen, sondern auch dem Auge etwas bieten.
Was nun, wenn man aus Speisen alle Skatkarten abbildet? Der weiße Kartenhintergrund setzt sich aus Reis zusammen, die Kartenfarben Kreuz, Pik, Herz und Karo aus schwarzem und rotem Kaviar. Die Große Tafel (7 - 10, Bube, Dame, König, Ass) bekommt hier eine zusätzliche Bedeutung. Denn jeder Gast erhält eine gezogene "Spielkarte" auf einem Teller serviert. Wenn mehr Gäste zu dem Diner kommen, kann man um die Karten 2 - 6 erweitern. Wer welchen Teller erhält, bestimmt der Zufall.
Der besondere Gag: Aus jeder Karte ergibt sich eine Prophezeiung, die ihrer tieferen Bedeutung entspringt. Diese wird auf Wunsch näher erklärt, vielleicht von einer anwesenden Person, die sich mit Kartenlegen auskennt.

Schamanisches Kartenlegen

Wie könnte man sich ganz eigene archaische Wahrsagekarten bauen? Die Idee: durch ein naturnahes, rituelles Vorgehen. Man könnte Papyrus verwenden. Die Blätter könnte man über ein Lagerfeuer spannen und nahe an die Hitze heranführen, so dass sich Formen auf der Oberfläche bilden, das Material aber nicht Feuer fängt. Die Formen auf dem Papyrus ergeben stets eine Figur, die vom Bewusstsein und auch vom Unterbewusstsein des Schamanen gedeutet wird. Die Summe aller Blätter ist die Summe aller Deutungen, und diese bildet eine geschlossene, vom Schamanen geschaffene Einheit und ist somit für das Beantworten von Fragen geeignet. Man geht davon aus, dass die Instinkte des Schamanen dafür sorgen, dass die Papierstücke richtig gesehen werden und dass sich ein weises Kartenorakel wie von selbst bildet. Natürlich muss der Papyrus dann auf Karten angebracht werden, damit auch andere Leute als der Schamane damit weissagen können.

Skat ist Trumpf

Bei dem Deuten der Zukunft mit Karten könnte man die Legung eigentlich optimaler gestalten. Normalerweise zieht man eine Karte (oder meist mehrere) und erhält ein Ergebnis. Dieses Ergebnis bleibt. Gedanken, Wünsche und Hoffnungen fließen in die Legung eher unterschwellig und auf geistiger oder paranormaler Dimension mit ein.
Folgendes Vorgehen zeigt aber, dass man Gedanken und Ziele beim Kartenlegen sehr wohl berücksichtigen kann:
Trumpfkarten beim Kartenlegen

Es handelt sich um eine Legung mit Skatkarten. Das Übertrumpfen gehört zum Skat dazu und genau darin kann die Lösung liegen, selbst für die Arbeit mit Tarotkarten.
Der Leger bestimmt, worauf er sich in der nächsten Zeit konzentrieren wird. Das macht er, indem er (oder sie) eine Trumpffarbe auswählt. Die Farbe richtet sich nach den Interessen und Zielen (z.B. Herz für Liebe etc.). Wenn man also völlig auf Liebe eingestellt ist, liegt die Chance schließlich höher, dass sich auch in Zukunft Dinge ereignen werden, die etwas mit Liebe zu tun haben, im Guten wie auch im Schlechten. Die aufgewählte Trumpfkarte lenkt die Legung (vielleicht) in die Richtung. Wie auch im wirklichen Leben werden nicht immer alle Ziele und Wünsche wahr, somit kann es ebenso vorkommen, dass die ausgewählte Trumpffarbe gar nicht vorkommt. Doch die Chancen, dass sie es doch tut, sind größer.

Psychologisches Kartenlegen

Meist ist die Deutung und das Legen von Karten eine sehr mystische Angelegenheit. Religiöse Symbole auf Tarotkarten spielen eine Rolle, ebenso die altgriechische Philosophie oder fernöstliche Energielehren.
Eine sicherlich neue Erfindung sind Karten, die innere Regungen und Tatsachen nicht über eklektische Umwege erklären, sondern mithilfe der Psychologie.

Hier wird ein solches Kartenset vorgestellt:
Psycho-Kartenlegen

Eine Gemeinsamkeit hat dieses psychologische Tarot mit seiner traditionellen Variante. Beide beanspruchen, eine Welt darzustellen. Die Kartenpsychologie strebt einen Umriss aller innerpsychischen Vorgänge an. Das Tarot will ein Abbild des gesamten Universums offenbaren. Da die innere Psyche und das äußere Universum nur unterschiedliche Zustände der selben Sache sind, zumindest nach philosophischer Logik, liegen diese beiden gar nicht so weit auseinander. Verstärkt wird diese noch von der Theorie, dass z.B. Tarotkarten die Archetypen des berühmten Psychologen C.G. Jung darstellen.

Kartenlegen mit Postkarten

Eine sehr verrückte Art, sein Reiseziel zu bestimmen, ist das Kartenlegen mit Postkarten. Es mag sein, dass Postkarten ein wenig altmodisch sind. Aber sie können eine interessante Rolle bei der Urlaubsplanung spielen. Wenn man nicht weiß wohin, kann man zwischen all den Postkarten, die man bekommen hat, ein Ziel "auslosen". Dann überlässt man dem Schicksal die Wahl, wo es hingehen soll.
Einfach ein paar Postkarten zusammenlegen und fast) fertig ist das Kartenset. Eine Sache wäre aber noch ratsam: Vor der Ziehung sollten die Ziele entfernt werden, die absolut nicht in Frage kommen. Aus Symbpathie-, Sicherheits- oder Kostengründen; oder aus welchen Gründen auch immer. Was man nicht mag, sollte nicht dabei sein.
Übrig bleibt dann eine Auswahl, die man wirklich bereisen möchte. Und schon dreht sich das Schicksalsrad des Reisens.

Kartenlegen mit Schafkopfkarten

Das ist sicher eine der exotischeren Disziplinen des Kartenlegens. Aber sie existiert. Vom Wesen der Spielkarten her kann natürlich jedes Set zum Kartenlegen verwendet werden. Man muss den Karten nur eine geeignete Bedeutung zuweisen. Theoretisch könnte man sogar den Ereignis- und Gemeinschaftskarten aus Monopoly etwas entlocken, das zum Beantworten von Fragen geeignet ist. Allerdings wäre es schon besser, dass Utensilien, die zum wahrsagen und zur Zukunftsdeutung verwendet werden, auch einer esoterischen Logik folgen.


Skatkarten zum Beispiel erfüllen diese Voraussetzungen. Sie werden in vielen Fällen dazu verwendet, in die Zukunft zu sehen etc. Sie sind ähnlich wie das Tarot aufgebaut, nur dass es weniger Blätter sind.
Auch Schafkopfkarten sind ähnlich dem Tarot angelegt, nur dass sie wesentlich seltener für das Deuten herangezogen werden. Doch jeder Farbe kann man wie bei den Skatkarten einem Element zuordnen. Somit lässt sich auch jede Karte nach esoterischem Muster deuten. Möglich wäre, dass man die Deutung etwas "bayrischer" ausfallen lässt. Vielfältiger wird sie auf jeden Fall, denn im Schafkopf werden mehr Karten verwendet als im Skat.